20 Jahre Sprachwerk – ein persönlicher Rückblick
schrieb am 16. Juni 2026
20 Mitwerker*innen, 20 Badewannen voller Kaffee und Buchstaben, die aneinander gereiht von Zürich bis nach Mailand und wieder zurückreichen – in den 20 Jahren haben wir gewerkt und gewirkt, interessante Menschen kennengelernt, über spannende Entwicklungen gestaunt, viel Neues gelernt und immer wieder gelacht. Einige Einblicke.
Das hat uns in zur Selbstständigkeit gebracht
Alles begann mit der Anfrage: «Habt ihr Interesse, die Redaktion Schweizerischen Technischen Zeitschrift von Swiss Engineering zu übernehmen?» Unser Entscheid fiel spontan bei einem Cüpli: «Machen wir, aber mit einer eigenen Firma.» Im Mai 2006 trugen wir die Sprachwerk GmbH im Handelsregister ein. Die Fachzeitschrift haben wir einem Relaunch unterzogen mit Titelgeschichten, in denen wir die Technik in den Zusammenhang zu Gesellschaft, Politik und Umwelt stellten. So haben wir viele spannende Themen bearbeitet, aber auch «Knochenarbeit» geleistet. Damals hatten die monatlichen Ausgaben mit 48 bis 64 Seiten noch einen stattlichen Umfang.
Das begleitet uns seit 20 Jahren
Wertvolle Begegnungen: Mit vielen unserer Kunden pflegen wir langjährige Partnerschaften – einige kennen wir seit der Gründung. Das bereichert unsere Arbeit. Neben den wiederkehrenden Aufträgen schätzen wir das Vertrauen und die persönlichen Beziehungen.
Wir lernen stetig dazu: Mit jedem Projekt und jedem Text erweitern wir unser Fachwissen rund um Energie, Umwelt, Technik und Nachhaltigkeit und erhalten wertvolle Einblicke in unterschiedlichste Branchen. Wir freuen uns immer, wenn wir aus dieser Vogelperspektive Menschen und Themen vernetzen können.
Wir staunen immer wieder: Von nachhaltiger Energiegewinnung über CO₂-Speicherung bis hin zu Hightech-Fertigungsverfahren – die Schweizer Industrie steckt voller Innovationen. Als Fachjournalistinnen haben wir in den 20 Jahren unzählige faszinierende Entwicklungen entdeckt und die Geschichten dahinter erzählt.
Diese Projekte waren prägend
Quartierstrom, der erste lokale Strommarkt: Wir haben das Leuchtturmprojekt als Konsortialpartner kommunikativ begleitet und uns dabei mit lokalen Strommärkten, Blockchain-basierter Handelsplattform, dynamischen Netztarifen oder der Akzeptanz Bevölkerung auseinandergesetzt. Quartierstrom wurde international als Pionierprojekt für Peer-to-Peer-Energiehandel wahrgenommen und hat in der Schweiz grosse Wellen geschlagen – der Blick berichtete auf der Titelseite! Das Projekt löste politische Diskussionen aus, die einige Jahre später Wirkung zeigen: Seit diesem Jahr sind Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) per Gesetz zugelassen.
Word Engineers Convention 2011 in Genf: Als Verantwortliche für die Kommunikation des internationalen Grossanlasses besuchten wir zwei vorausgehende Veranstaltungen in Kuwait und Argentinien. Wir tauchten in die beiden Welten ein, tauschten uns mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft aus und bauten das Netzwerk für die internationale Kommunikation auf. Umfang, Termindruck und Relevanz des Projekts haben uns gefordert – wir gingen mit grossem Engagement und viel Herzblut durch eine intensive Zeit. Es hat sich gelohnt: Die Word Engineers Convention 2011 fand national und international grosse Beachtung und über 1800 Teilnehmende aus aller Welt reisten im September 2011 nach Genf. Uns bleiben aus dieser Zeit besondere Erinnerungen und viele neue Erfahrungen. Am wertvollsten sind jedoch die Freundschaften, die dabei entstanden sind und die wir heute noch pflegen.
Forum Brandschutz, heureka, heurekaPlus: Brandschutz – eine trockene Materie? Nicht für uns! Wir befassen uns seit über 10 Jahren mit dem Thema. Unser Fokus: Brandschutz einfach verständlich erklären und Architekt:innen und Planer:innen vermitteln, dass Brandschutz nicht einfach aus lästigen Vorschriften besteht, sondern durchaus interessant und pragmatisch sein kann. In Zusammenarbeit mit der Gebäudeversicherung Bern haben wir heureka.ch und das Forum Brandschutz aufgebaut und betreuen die Plattformen bis heute. Sich in Behörden und in die Nutzenden zu versetzen, ihre Fragen verständlich und doch korrekt zu beantworten und die Plattformen entsprechend weiterzuentwickeln, ist immer wieder spannend. Mittlerweile sind wir so tief im Brandschutz drin, dass wir uns dabei erwischen, wie wir in den Ferien im Hotel die Führung der Fluchtwege hinterfragen. Danke GVB für die langjährige Zusammenarbeit, für das Vertrauen und für die wertvollen persönlichen Begegnungen.
Charnet – ein neuer Fachverband: Pflanzenkohle ist ein Thema, das fasziniert – auch uns! Wir sehen grosses Potenzial in der Pflanzenkohle – für die Landwirtschaft, als Baustoff und vor allem als C-Senke. Deshalb haben wir uns mit viel Herzblut engagiert für den Aufbau von Charnet als professionellen Fachverband. Wir bewegen uns an der Schnittstelle von Politik und Markt, von Begeisterung und Abwehr, Erfahrungswissen und Wissenschaft. Das fordert uns heraus: Mit der Wissensplattform charhow.ch versuchen wir Klarheit zu schaffen, was Pflanzenkohle kann und was nicht und wo die Chancen liegen. Und als Geschäftsstelle halten wir die Fäden für den Vorstand zusammen, organisieren, kommunizieren und administrieren. Wir lernen dabei immer wieder Neues – Fundraising zum Beispiel, oder Eventmanagement. Ein Highlight war sicher die Pflanzenkohle-Fachtagung 2023, die wir von A bis Z organisierten.
Das schätzen wir an der Selbstständigkeit
Wir sind oft ins kalte Wasser gesprungen, haben Neues ausprobiert und Ideen verfolgt. Diese Freiheit, die eigene Arbeit zu gestalten und zu prägen, schätzen wir! Wir danken allen Kunden, Partnern und Mitarbeitenden, dass sie uns so spannende Projekte anvertraut und mit uns zusammengearbeitet haben. Wir würden es wieder tun!

Irene und Christa (in jüngeren Jahren)